Graue Energie

Wird auf den Indikator PENRT bezogen:


Graue Energie, Ausdruck für PENRT: Nicht erneuerbare Primärenergie total in [MJ]

Primärenergie, nicht erneuerbar als kumulierter Aufwand aus den Lebenszyklusphasen

- Herstellung

- Errichtung

- Instandsetzung und Ersatz



Während in der Vergangenheit die graue Energie, also die materialgebundene Umweltwirkung vernachlässigbar war,

da der Gebäudeenergiebedarf während der Nutzungsphase dominierte, hat sich dieses Verhältnis auf Grund der

weiter gestiegene energetischen Anforderungen in den letzten Jahren verschoben.

Lag in der Vergangenheit das Verhältnis der Umweltwirkung aus der Nutzungsphase zu den Umweltwirkungen

aus den eingesetzten Baumaterialien bei ca. 70% zu 30%, so war der entscheidende Hebel die Reduzierung des

Energieverbrauchs während der Nutzungsphase. Durch die kontinuierliche Reduktion der Energieverbräuche hat

sich im Laufe der letzten Jahre dieses Verhältnis auf aktuell ca. 50% aus der Nutzungsphase zu 50% aus den

eingesetzten Baustoffen (graue Energie) verschoben. Bei energetisch ambitioniert geplanten und gebauten Gebäuden

hat sich dieses Verhältnis bereits verkehrt. Das bedeutet, dass die im Material gebundene Umweltwirkung die

Umweltwirkung der während der Nutzungsphase benötigten Energie, bezogen auf den rechnerisch angesetzten

Lebenszyklus von 50 Jahren, zukünftig übersteigt und dementsprechend an Bedeutung gewinnen wird.




Aus diesem Grund ist der ganzheitliche Ansatz in der energetischen Bilanzierung wünschenswert und sollte höhere priorisiert werden.


Weitere links:


„Graue Energie“ in Dämmstoffen – ein Teilaspekt


Graue Energie – Ratgeber für Baufachleute und Bauherrschaften (Schweiz)


Minergie, Berechnung der grauen Energie (Schweiz)